Freitag, April 05, 2024

Vergangene Abstimmung zur 13. AHV-Rente

Vor wenigen Wochen haben die Schweizer die Initiative zur 13. AHV-Rente angenommen. Darüber wollte ich eigentlich schon im Vorfeld etwas schreiben, aber ich war zu sehr mit anderem beschäftigt und habe es deshalb schliesslich sein gelassen.

In den Medien war viel darüber diskutiert worden. Objektiv konnte ich sowohl die Befürworter als auch die Gegner verstehen. Beide Seiten hatten plausible Gründe für Ihre Haltung. Persönlich war ich auf der Seite der Gegner. Einerseits finde ich den Zeitpunkt schlecht gewählt und andererseits bin ich der Meinung, dass es bessere Lösungen gegeben hätte. Denn im Prinzip ist es wie bei Lohn - ob der Jahreslohn durch 12 oder 13 aufgeteilt wird, spielt im Endeffekt keine Rolle, wenn man diesen richtig einteilt. Und ich fand es insbesondere schlect, denjenigen mit der maximalen AHV-Rente am meisten zusätzliches Geld zugute kommen zu lassen und Personen mit der minimalen AHV-Rente nur die Hälfte davon - den genauso ist das Verhältnis bereits bei den übrigen monatlichen Rentenzahlungen.
Randbemerkung: Dieser Tatbestand war mir erst im Rahmen des Abstimmungsdebatte bekannt geworden; ich hätte gemeint, dass der Unterschied noch grösser als 1:2 wäre.

Nun gut, jetzt ist es entschieden, und das Parlament wird nun den Entscheid entsprechend umsetzen müssen. Die Hauptfrage ist nach wie vor: Wie soll das finanziert werden. Dazu will ich mich nicht konkret äussern, ich denke allerdings, dass es unklug wäre, nur an einem Hebel anzusetzen.

Aber nochmals zurück zur Frage nach der Verteilung der AHV-Renten. Aus meiner Sicht sollte jede Rentnerin und jeder Rentner genau gleich viel erhalten unabhängig davon, wie viel er/sie jeweils verdient hat - sofern jedes Jahr der definierte Mindestsatz einbezahlt worden war. Beim Sterben sind auch alle gleich; niemand kann etwas mitnehmen. Dem könnte man doch bei der AHV schon Rechnung tragen. Für eine lohnabhängige Vorsorge gibt es die BVG und bei Bedarf die 3. Säule. Wenn bei der 1. Säule der Betrag für alle gleich hoch wäre, müssten Personen aus Billiglohnsegmenten vermutlich nicht so sehr leiden wie es heute ist - denn die übrigen sind ja auch daran interessiert, eine angemesssene Grundrente zu erhalten, wenngleich das von wegen der ursprünglich beabsichtigten 60 % des letzten Lohnes eine Illusion ist oder nur für sehr wenige zutreffen könnte.

Ich bin nun sehr gespannt, was die Politiker bei der geplanten BVG-Revision vorlegen werden und hoffe, dass das die kommende 13. AHV-Rente nicht für manche Personengruppen (namentlich teilzeitarbeitende Frauen) mit einem Schuss nach hinten enden wird.

Samstag, Januar 06, 2024

Studiums-Abbruch und bevorstehender Stellenwechsel

Vor wenigen Tagen habe ich mich nach längerem Zögern dazu entschieden, das begonnene Studium abzubrechen. - Mir ist gerade erst aufgefallen, dass ich darüber in diesem Blog gar nichts geschrieben hatte.
Nebst dem Aspekt, dass die zeitliche Belastung trotz inzwischen reduziertem Arbeitspensum enorm war, kannte ich mit dem geforderten Lerntempo schlicht nicht mithalten. Zudem zeichnete sich ab, dass ich bei den Prüfungen teilweise nicht keine genügende Note erreichen würde. Nicht zuletzt hatte ich in den vergangenen Monaten sehr häufig Kopfschmerzen/Migräne. Dies alles führte dazu, dass meine Motivation auf dem Nullpunkt angelangt war und ich mich während den Festtagen nicht dazu aufraffen konnte, die verbleibenden Arbeiten in Angriff zu nehmen.
In anbetracht meines nicht mehr Jugendlichen Alters kam ich zum Schluss, dass eine Weiterführung für mich keinen Sinn mehr macht. Wenn ich erst 25-30 Jahre alt wäre, hätte ich wohl trotz der Schwierigkeiten weitergemacht und das Studium gestreckt anstatt gleich ganz aufzugeben. Aber diese Option erachtete ich als nicht zweckmässig.

Ende November bekam ich die Zusage für eine neue Stelle, auf die ich mich beworben hatte. Ich bin froh, bald vom jetzigen Arbeitsort weg zu kommen. Der neue Arbeitsort liegt näher von meinem Wohnort und ich kann leichter mit dem ÖV pendeln. Da die Anfahrt eher länger und natürlich weniger flexibel als mit dem Auto sein wird, werde ich aber die Verfügbarkeit und Kosten eines Parkplatzes abklären. In den letzten Jahren habe ich mich sehr ans pendeln mit dem Auto gewöhnt und schätze es, im Winter oder bei Regen/Sturm nicht auf den Bus bzw. den Zug warten zu müssen. Zudem habe ich im Auto stehts (m)einen garantierten Sitzplatz, was im ÖV während den Stosszeiten überhaupt nicht gewährleistet ist.
Ich hoffe, dass ich mich an der neuen Stelle wohlfühlen werde und es nicht kurzum ähnliche Differenzen geben wird, wie sie bei der jetzigen Stelle vorkamen. Das Pensum werde, welches ich wegen dem dann noch aktiven Studiums auf 80% beantragt hatte, werde ich für den Anfang so belassen. Allenfalls werde ich es nach den ersten paar Monaten erhöhen. Für die Einarbeitungszeit bin ich froh, dass ich nicht täglich hinfahren muss und mehr Zeit für private Angelegenheiten besteht.
Was die Aufgaben anbelangt, wird das Stellenprofil etwas anders sein, als meine jetziges. Insbesondere werde ich praktisch nie zu irgendwelchen Kunden fahren müssen. Ob ich mehr oder weniger am Telefon sein muss, kann ich noch nicht abschätzen. Ich hoffe, es wird etwas weniger sein, käme aber damit klar, wenn dies etwa im gleichen Rahmen wäre wie jetzt.

Donnerstag, August 03, 2023

Arbeitgeberwechsel

Die Firma, wo ich arbeite, wurde vor kurzem an einen neuen Besitzer übergeben. Der bisherige Chef arbeitet ab sofort nur noch auf Stundenbasis, wenn es nötig ist. Der neue Geschäftsführer wird nur 1-2 mal pro Woche anwesend sein. Diese Tatsachen verunsichern mich sehr, was die kommende Zukunft anbelangt.

Schon seit Anfang Jahr, wusste ich manchmal nicht, was ich gegenüber Kunden tun oder sagen sollte, wenn der Chef nachmittags abwesend war und ich nicht weiter wusste oder sie explizit ihn verlangten. Offiziell sollte ich so reagieren, als sei er unterwegs oder bei einem Kunden, was mir nicht sonderlich behagte, weil ich es gar nicht mag, anderen etwas vorzumachen. So ähnliche Situationen wird es vermutlich weiterhin geben.

Mit dem neuen Chef konnte ich bisher nur einmal persönlich sprechen. Das war an einem Abend nach Ende meiner offiziellen Arbeitszeit, als ich eigentlich schon hätte weg sein müssen für einen privaten Termin. Ich fühlte mich äusserst unwohl und innerlich gestresst, was eine gänzlich schlechte Voraussetzung dafür war.

Diese Firmenübergabe ist mir völlig unsympathisch. Offen gestanden wäre es mir im Grunde genommen lieber gewesen, wenn der Chef meiner Kollegin und mir gekündigt hätte und im gleichen Zug die Verträge zu den noch verbliebenen Firmenkunden hätte auslaufen lassen. Aber dazu ich hatte ich eben nichts zu sagen; und umgekehrt von mir aus künden ohne einen neuen Arbeitsvertrag zu haben, wollte ich auch nicht wegen den Konsequenzen, die es dadurch bei der folgenden Stellensuche nach sich gezogen hätte.

Ob sich meine persönlichen Ängste bewahrheiten werden, wird sich zeigen. Eines weiss ich aber mit Bestimmtheit: Ich werde mich in Zukunft noch weniger leicht als in der Vergangenheit krank melden und häufiger bei mangelnder Gesundheit zur Arbeit fahren wegen dem Wissen, dass sonst meine Kollegin alles alleine machen muss oder die nicht vor Ort befindlichen personen um Unterstützung bitten muss. 
Diese Selbsaufopferung wird mich aller Voraussicht nach psychisch sehr stark belasten wird, auch und gerade ausserhalb der Arbeitszeit. Wie lange das wohl gut gehen wird???

Samstag, Juni 24, 2023

In den (Un-)Tiefen von Microsoft Azure und Microsoft Learn - Segen und Fluch zugleich

Manchmal muss ich ein IT-Problem lösen oder etwas neu konfigurieren und bekomme mit einer Websuche schnell mal die eine oder andere Anleitung als Vorschlag. So war es auch vor ein paar Tagen. Wegen einer Fehlermeldung im Zusammenhang mit der Verbindung/Anmeldung eines Microsoft Kontos suchte ich nach möglichen Ursachen und einer Lösung. Ich fand auch rasch einige Informationen und versuchte, die mir am treffendsten erscheinende Anleitung umzusetzen. Leider klappte das nicht auf Anhieb.

Während diese Anleitungen jeweils zwar wichtige und relevante Hinweise enthalten, gibt es darin immer auch Links zu weiteren Seiten. Entweder sind auf diesen die erforderlichen Voraussetzungen (vorbereitende Schritte) beschrieben oder sie enthalten weitergehende Informationen zu einem oder mehreren der auszuführenden Schritte. Nicht zuletzt sind es manchmal auch Anleitungen von früheren Versionen oder abweichenden Szenarien.

Egel wie hilfreich (oder auch nicht) diese Informationen und Anleitungen für eine bestimmte Ausgangslage sind, eines enthalten sie fast nie: Screenshots zur bildlichen Darstellung der zugrundeliegenden Beschreibungen.

Vielleicht kennen Sie die beiden Aussagen "ein Wort sagt mehr als tausend Bilder" und "ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Diese scheinen sich auf den ersten Blick gegenseitig zu widersprechen - sie ergänzen sich aber auch. So bin ich gerade was Anleitungen betrifft der Ansicht, dass eine Kombination aus Text und Bildern sehr sinnvoll ist. Alternativ ist es auch ok, wenn zunächst eine Nur-Text-Anleitung aufgerufen wird, die dazugehörenden Bilder aber bei Bedarf nachgeladen werden können oder man dafür eine ausführlichere Anleitung aufrufen kann. Selbst wenn ein Bild veraltet ist, kann man vielfach einen Menüpunkt oder ein Symbol auf dem Bild erkennen, was einem für die neuere Version weiterhilft. Dies ist nur mit dem Text öfters unmöglich. Aber dieser Grundsatz widerspiegelt sich bei Microsoft Learn eindeutig nicht, was ich sehr schade finde. Das (Hilfs-)Potenzial wäre sonst einiges grösser.

Donnerstag, Mai 11, 2023

Pro/Kontra Cloud-Speicher und Cloud-Dienste

Die heutigen Möglichkeiten sind superpraktisch. Ein paar Beispiele:
  • Man schreibt auf dem PC einen Text oder erstellt eine Präsentation, speichert diese in einem Cloud-Ordner und umgehend kann man die Datei auf einem Smartphone/Tablet abrufen, um sie bei einer Besprechung zur Hand zu haben.
  • Umgekehrt kann man die auf einer Reise oder in den Ferien geknipsten Fotos im Cloud-Ordner abspeichern und im nächsten Moment auf einem PC nachbearbeiten und/oder an andere Personen freigeben.
  • Ein Verkaufsleiter ist in einer Telefonkonferenz mit einem Kunden und zur Klärung einer Frage kann ein interner Arbeitskollege, der an einem anderen Standort tätig ist, mal eben hinzugezogen werden, damit der Kunde sofort die gewünschte Antwort erhält.
All das war vor 100 oder 200 Jahren undenkbar. Umso verständlicher ist es, dass solche Möglichkeiten von grossen Firmen rege genutzt werden.

Es gibt aber auch die dunklen Schattenseiten dieser tollen neuen Möglichkeiten. Heutzutage sind die Themen Sicherheit und Datenschutz deshalb in aller Munde. Es kommt seit Jahrzehnten immer wieder vor, dass Hacker in einzelne Server oder ganze Netzwerke eindringen und unerlaubt Daten entwenden, um anschliessend die Geschäftsleitung der betreffenden Firma zu erpressen und von dieser eine Geldzahlung fordern, um - wie sie sagen - negative Folgen zu vermeiden.
Ebenfalls seit Jahren sind Fishing-Mails im Umlauf, welche jeweils an zahlreiche Empfänger geschickt werden mit der Absicht, dass via einen Link oder einen Dateianhang eine Schadsoftware auf dem Computer installiert wird, über welche der Hacker Zugriff auf weitreichende Informationen erhält, die er wiederum entweder für eine Erpressung oder für andere Zwecke missbrauchen kann.

Wegen den möglichen negativen Auswirkungen gibt es immer wieder Leute, die der Meinung sind, dass keine Daten irgendwo in der Cloud gespeichert oder von irgendwelchen Dienstanbieter verarbeitet werden sollen.

Die Kommentare zu einem kürzlich verfassten Beitrag in Borns IT- und Windows-Blog zeigen diese Kontroverse deutlich auf:

Aus meiner Sicht ist es aber absolut illusorisch zu glauben, man könnte 'die Uhr zurückdrehen' und auf wieder sämtliche Cloud-Dienste verzichten. Aber es ist entscheidend, sich der möglichen Konsequenzen bewusst zu sein und alles zu versuchen, um allfälligen Schaden abzuwenden.