Donnerstag, August 03, 2023

Arbeitgeberwechsel

Die Firma, wo ich arbeite, wurde vor kurzem an einen neuen Besitzer übergeben. Der bisherige Chef arbeitet ab sofort nur noch auf Stundenbasis, wenn es nötig ist. Der neue Geschäftsführer wird nur 1-2 mal pro Woche anwesend sein. Diese Tatsachen verunsichern mich sehr, was die kommende Zukunft anbelangt.

Schon seit Anfang Jahr, wusste ich manchmal nicht, was ich gegenüber Kunden tun oder sagen sollte, wenn der Chef nachmittags abwesend war und ich nicht weiter wusste oder sie explizit ihn verlangten. Offiziell sollte ich so reagieren, als sei er unterwegs oder bei einem Kunden, was mir nicht sonderlich behagte, weil ich es gar nicht mag, anderen etwas vorzumachen. So ähnliche Situationen wird es vermutlich weiterhin geben.

Mit dem neuen Chef konnte ich bisher nur einmal persönlich sprechen. Das war an einem Abend nach Ende meiner offiziellen Arbeitszeit, als ich eigentlich schon hätte weg sein müssen für einen privaten Termin. Ich fühlte mich äusserst unwohl und innerlich gestresst, was eine gänzlich schlechte Voraussetzung dafür war.

Diese Firmenübergabe ist mir völlig unsympathisch. Offen gestanden wäre es mir im Grunde genommen lieber gewesen, wenn der Chef meiner Kollegin und mir gekündigt hätte und im gleichen Zug die Verträge zu den noch verbliebenen Firmenkunden hätte auslaufen lassen. Aber dazu ich hatte ich eben nichts zu sagen; und umgekehrt von mir aus künden ohne einen neuen Arbeitsvertrag zu haben, wollte ich auch nicht wegen den Konsequenzen, die es dadurch bei der folgenden Stellensuche nach sich gezogen hätte.

Ob sich meine persönlichen Ängste bewahrheiten werden, wird sich zeigen. Eines weiss ich aber mit Bestimmtheit: Ich werde mich in Zukunft noch weniger leicht als in der Vergangenheit krank melden und häufiger bei mangelnder Gesundheit zur Arbeit fahren wegen dem Wissen, dass sonst meine Kollegin alles alleine machen muss oder die nicht vor Ort befindlichen personen um Unterstützung bitten muss. 
Diese Selbsaufopferung wird mich aller Voraussicht nach psychisch sehr stark belasten wird, auch und gerade ausserhalb der Arbeitszeit. Wie lange das wohl gut gehen wird???

Samstag, Juni 24, 2023

In den (Un-)Tiefen von Microsoft Azure und Microsoft Learn - Segen und Fluch zugleich

Manchmal muss ich ein IT-Problem lösen oder etwas neu konfigurieren und bekomme mit einer Websuche schnell mal die eine oder andere Anleitung als Vorschlag. So war es auch vor ein paar Tagen. Wegen einer Fehlermeldung im Zusammenhang mit der Verbindung/Anmeldung eines Microsoft Kontos suchte ich nach möglichen Ursachen und einer Lösung. Ich fand auch rasch einige Informationen und versuchte, die mir am treffendsten erscheinende Anleitung umzusetzen. Leider klappte das nicht auf Anhieb.

Während diese Anleitungen jeweils zwar wichtige und relevante Hinweise enthalten, gibt es darin immer auch Links zu weiteren Seiten. Entweder sind auf diesen die erforderlichen Voraussetzungen (vorbereitende Schritte) beschrieben oder sie enthalten weitergehende Informationen zu einem oder mehreren der auszuführenden Schritte. Nicht zuletzt sind es manchmal auch Anleitungen von früheren Versionen oder abweichenden Szenarien.

Egel wie hilfreich (oder auch nicht) diese Informationen und Anleitungen für eine bestimmte Ausgangslage sind, eines enthalten sie fast nie: Screenshots zur bildlichen Darstellung der zugrundeliegenden Beschreibungen.

Vielleicht kennen Sie die beiden Aussagen "ein Wort sagt mehr als tausend Bilder" und "ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Diese scheinen sich auf den ersten Blick gegenseitig zu widersprechen - sie ergänzen sich aber auch. So bin ich gerade was Anleitungen betrifft der Ansicht, dass eine Kombination aus Text und Bildern sehr sinnvoll ist. Alternativ ist es auch ok, wenn zunächst eine Nur-Text-Anleitung aufgerufen wird, die dazugehörenden Bilder aber bei Bedarf nachgeladen werden können oder man dafür eine ausführlichere Anleitung aufrufen kann. Selbst wenn ein Bild veraltet ist, kann man vielfach einen Menüpunkt oder ein Symbol auf dem Bild erkennen, was einem für die neuere Version weiterhilft. Dies ist nur mit dem Text öfters unmöglich. Aber dieser Grundsatz widerspiegelt sich bei Microsoft Learn eindeutig nicht, was ich sehr schade finde. Das (Hilfs-)Potenzial wäre sonst einiges grösser.

Donnerstag, Mai 11, 2023

Pro/Kontra Cloud-Speicher und Cloud-Dienste

Die heutigen Möglichkeiten sind superpraktisch. Ein paar Beispiele:
  • Man schreibt auf dem PC einen Text oder erstellt eine Präsentation, speichert diese in einem Cloud-Ordner und umgehend kann man die Datei auf einem Smartphone/Tablet abrufen, um sie bei einer Besprechung zur Hand zu haben.
  • Umgekehrt kann man die auf einer Reise oder in den Ferien geknipsten Fotos im Cloud-Ordner abspeichern und im nächsten Moment auf einem PC nachbearbeiten und/oder an andere Personen freigeben.
  • Ein Verkaufsleiter ist in einer Telefonkonferenz mit einem Kunden und zur Klärung einer Frage kann ein interner Arbeitskollege, der an einem anderen Standort tätig ist, mal eben hinzugezogen werden, damit der Kunde sofort die gewünschte Antwort erhält.
All das war vor 100 oder 200 Jahren undenkbar. Umso verständlicher ist es, dass solche Möglichkeiten von grossen Firmen rege genutzt werden.

Es gibt aber auch die dunklen Schattenseiten dieser tollen neuen Möglichkeiten. Heutzutage sind die Themen Sicherheit und Datenschutz deshalb in aller Munde. Es kommt seit Jahrzehnten immer wieder vor, dass Hacker in einzelne Server oder ganze Netzwerke eindringen und unerlaubt Daten entwenden, um anschliessend die Geschäftsleitung der betreffenden Firma zu erpressen und von dieser eine Geldzahlung fordern, um - wie sie sagen - negative Folgen zu vermeiden.
Ebenfalls seit Jahren sind Fishing-Mails im Umlauf, welche jeweils an zahlreiche Empfänger geschickt werden mit der Absicht, dass via einen Link oder einen Dateianhang eine Schadsoftware auf dem Computer installiert wird, über welche der Hacker Zugriff auf weitreichende Informationen erhält, die er wiederum entweder für eine Erpressung oder für andere Zwecke missbrauchen kann.

Wegen den möglichen negativen Auswirkungen gibt es immer wieder Leute, die der Meinung sind, dass keine Daten irgendwo in der Cloud gespeichert oder von irgendwelchen Dienstanbieter verarbeitet werden sollen.

Die Kommentare zu einem kürzlich verfassten Beitrag in Borns IT- und Windows-Blog zeigen diese Kontroverse deutlich auf:

Aus meiner Sicht ist es aber absolut illusorisch zu glauben, man könnte 'die Uhr zurückdrehen' und auf wieder sämtliche Cloud-Dienste verzichten. Aber es ist entscheidend, sich der möglichen Konsequenzen bewusst zu sein und alles zu versuchen, um allfälligen Schaden abzuwenden.

Donnerstag, April 27, 2023

Besuch beim CERN

Am vergangenen Samstag fuhr ich mit einem Bekannten nach Genf bzw. nach Meyrin zum CERN. Wir hatten abgemacht, dort an einer der öffentlichen Führungen teilzunehmen. Diese mussten wir uns aber erstmal durch warten verdienen, da die Zuteilung zu einer Führung nicht reserviert werden kann und man sich jeweils frühestens eine Stunde vorher registrieren kann.

Nach ca. einer Stunde war es soweit, dass wir unsere Namen auf einem Formular aufschreiben konnten und somit gesetzt waren für diejenige Führung, die wiederum eine knappe Stunde später beginnen würde. Diese Zeit nutzten wir, um beim nahegelegenen Tankstellenshop noch etwas zur Verpflegung zu kaufen. Im Anschluss besichtigten wir noch kurz die Ausstellung, welche uns beide aber nicht sonderlich begeistern konnte.

Als die Führung endlich begann, begrüsste uns ein junger Angestellter auf englisch, sagte uns zuerst was seine Funktion innerhalb des CERN ist und erklärte uns nach wenigen Schritten wie viele Länder am CERN mitbeteiligt sind oder dieses unterstützen. Auf den restlichen Teil der Führung gehe ich hier nicht weiter ein. Ich erfuhr einiges, was ich zuvor nicht wusste, muss aber gestehen, dass mir die gesamte Thematik recht abstrakt und "weltfremd" vorkommt, fast genauso wie die Astronomie, wobei ich besser verstehe, was Sterne, Planeten und schwarze Löcher sind, als dass ich erklären könnte, was Protonen, Neutronen und Elektronen sind, geschweige denn Quarks, Antiquarks, Leptonen und Bosonen. 

Was ich während der Führung definitiv begriffen habe, ist dass die Entdeckung des Higgs-Teilchens mit Begeisterung aufgenommen worden war. Und was ich ebenfalls verstanden habe, ist dass die heutige Technik (namentlich das Internet) ohne die erfolgte Teilchenforschung nicht existieren würde.

Abschliessend führe ich zwei Links zum Thema auf.

1. Überraschend leicht verständliche Informationen zu den verschiedenen Arten von Teilchen:

2. Informationen zum LHC, dem grössten Teilchenbeschleuniger am CERN:

Montag, März 27, 2023

Patientenverfügung und Vorsorgeauftrag

Heute Nachmittag war ich bei meiner Hausärztin. Der Zweck des Termins war, dass ich Sie um eine Bestätigung meiner ASS-Diagnose bitten wollte/musste.

Geredet haben wir aber die meiste Zeit über die Patientenverfügung, die ich als Kopie dabei hatte. Was sie mir dabei sagte, überraschte mich zum Teil sehr. Mir war zwar bewusst, dass es Unterschiede zwischen einer Akutsituation (Notfall) und anderen Ausgangslagen gibt und dass die eigenen Wünsche in Abhängigkeit davon formuliert werden sollten. Manche Aspekte waren mir aber waren mir aber in dem Ausmass, wie sie es mir erklärt hat, nicht bewusst.

Jedenfalls empfahl sie mir, einzelne Punkte der Patientenverfügung abzuändern und ihr später eine Kopie der definitiven Fassung zu übergeben.

Was mich aber noch mehr geschockt hat, war die Aussage, dass der Vorsorgeauftrag nicht anerkannt werde, wenn er nicht notariell beglaubigt sei. Überall steht, dass dies nicht nötig sein, wenn man diesen vollständig handschriftlich verfasst. Offenbar reicht das aber oftmals nicht, vor allen dann nicht, wenn die Datierung zu lange zurück liegt. Schon 2-3 Monate darüber können theoretisch reichen, dass in anbetracht einer veränderten Situation der Vorsorgeauftrag durch die KESB in Frage gestellt bzw. abgelehnt werden könne, wenn er nicht notariell beglaubigt sei.

Das Problem finde ich nicht die notarielle Beglaubigung an sich, sondern die Tatsache, dass ich dafür in irgendeinem Büro gehen muss - natürlich zu Bürozeiten - und dass das Ganze dann auch noch einiges kostet. Und was habe ich selbst letztlich davon? Eigentlich nichts, ausser dass eine andere Person offiziell die finanziellen Belange für mich regeln darf, falls ich irgendwann nicht dazu in der Lage bin. Das ist meiner Meinung nicht nur eine eigentliche Paragraphenreiterei, sondern schlichtweg Schikane. In dem Moment habe ich mich echt gefragt, ob ich zukünftig nicht auf eine Regelung verzichten soll. Wenn sich die KESB so leicht über ein schriftliches Dokument hinwegsetzen kann, können sie doch gleich von sich aus entscheiden. Dann entfallen vorgängig wenigstens die Notariatsgebühren.